20 Ferrari in die Wüste


19.06.2008

20 Ferrari wurden in die Wüste geschickt.

In diesem Jahr wurde Bahrain Schauplatz einer besonderen und einzigartigen Ausstellung. Pünktlich zum Formel 1 Rennen in Bahrain vom 04. bis 06. April 2008 hat der B.I.C. Bahrain International Circuit eine Ausstellung von klassischen und aktuellen Ferrari auf die Beine gestellt.

Dabei handelte es sich um 20 Ferraris ab dem Baujahr 1950 bis zu den beiden jüngsten Teilnehmern mit Baujahr 2003. Jedes Fahrzeug war alleine für sich schon eine Augenweide und hätte als Highlight gegolten. Jedoch war die Inszenierung an der Rennstrecke in einem eigens designten Pavillon mit Lichteffekten und selbstverständlich klimatisiert eine außerordentlich gelungene Präsentationsfläche. Zeitweise mussten die Zuschauer über 2 Stunden auf den Eintritt warten, so groß war der Andrang. Und das kam nicht von ungefähr.

Alle Fahrzeuge waren ausschließlich Originalfahrzeuge und in dieser Konstellation einmalig. Ob jemals eine solche Sammlung an einem Platz zusammen finden wird ist ungewiss. Sicher, es gibt noch sehr viele und gut erhaltene Originale, aber in dieser Zusammensetzung war sie sehr besonders. Die älteste Teilnehmerin hatte mit Baujahr 1950 die Modellbezeichnung 166 MM Barchetta. Zwei weitere Vertreter aus dem Jahr 1957 waren als 250 Testarossa und Pontoon Testarossa vertreten und sicherlich aus Sammlerkreisen als die Wertvollsten zu betrachten.
Weitere Ausstellungstücke waren einige 275 GTB's aus den 60er Jahren und als absolute Besonderheit eine Studie aus dem Jahre 1969 von Pininfarina, mit dem damals der FIA ein Fahrzeug gezeigt wurde, das die Sicherheit der Fahrer in der Formel 1 wesentlich verbessern sollte. Überhaupt kam von Pininfarina einiges auf die Wüsteninsel.
Einen 206 Dino Competizione mit Flügeltüren, die ein amerikanischer Sammler von Ferrari, insbesondere mit Pininfarina-Karosserien, beisteuerte und auf der ganzen Welt nur Zwei mal existiert. Auch die Privatsammlung von Nick Mason, Gründungsmitglied und Drummer von Pink Floyd steuerte zwei tolle Ferraris bei. Einen 365 GTB/4 Daytona aus den Siebzigern und einen Original-LeMans-Renner, den 512BBLM. Klassiker wie der 290 MM und der California Spyder haben auch nicht gefehlt.
Aus der jüngeren Generation waren ganz in rot ein F40 und ein F50 angetreten sowie ein edler Schwarzer, der Enzo mit Baujahr 2003. Highlight der jungen Generation war ein in 2003 produzierter Ferrari Pininfarina P4/5 des selben Amerikaners, der auch den 206 Dino Competizione sein eigen nennt. Der P 4/5 ist ein Unikat und hat die Fähigkeit echte Renncharakteristik auf die Strasse zu bringen. Mehrjährige Entwicklung und ein Ergebnis das sich sehen lassen kann stand schließlich in Bahrain. Ein Fahrzeug mit hohen Ehren verschiedener Automobilausstellungen weltweit.

Der Kronprinz von Bahrain, Seine Hoheit Sulman Bin Hasad Bin Isa Al-Khalifa hat keine Kosten und Mühen gescheut diese einmalige Show dem Publikum während der Formel-1-Tage von Bahrain zu präsentieren. Das Rennen, das dieses Jahr unter dem Motto "It's our Race" stand, wurde seinen Erwartungen mehr als gerecht und hatte wieder alle Besucherrekorde gesprengt.

Für die Eigentümer dieser Fahrzeuge kam ein besonderer Höhepunkt erst nach dem Formel 1 Rennen. An den beiden Folgetagen Montag und Dienstag war die Rennstrecke den Ferrari-Eigentümern vorbehalten. So konnten die Ferraristi in ihren eigenen Fahrzeugen auf der Formel 1 Strecke ihre Runden drehen und in einem friendly-race ein wenig klassische Rennatmospäre schnuppern. Allein der Sound der unterschiedlichen Jahrgänge war ein Konzert für alle Freunde von Sport- und Rennfahrzeugen. Der Geruch, das Umfeld und die Freiheit auf dem Racetrack waren ein Genuss für jeden einzelnen Fahrer. Als Bonbon war auch Jacky Ickx dabei, eine Formel-1 und Rennfahrer-Ikone, der mit Rat und Tat jeden Fahrer unterstützte und so manchem Ferraribesitzer die Möglichkeiten seines Autos aufzeigte.

...und was hat das alles mit uns zu tun? Unsere Division bestlog INTERCONTINENTAL hat dafür gesorgt, daß alle Ferrari rechtzeitig in Bahrain waren und schließlich wieder zu ihren Eigentümern zurückkamen.

Wir waren mehr als erfreut als uns Ende Februar 2008 der Anruf erreichte und wir gefragt wurden, ob wir uns die gesamte Transportlogistik vorstellen könnten. Mit der Ruhe war es dann auch gleich vorbei, denn wir hatten nur noch rund 6 Wochen Zeit alles zu organisieren. Schließlich waren insgesamt 11 Ferrari aus den USA, verteilt in den Staaten Kalifornien, Kentucky, Connecticut, New York, Arizona und Florida als auch 9 Ferrari aus England, Italien, Portugal und Deutschland unter einen Hut zu bringen. Außerdem war die "Liste" der Teilnehmer noch in keinster Weise vorhanden. Es war von ungefähr 20 bis 25 Fahrzeugen die Sprache und wer schließlich garantiert zusagte und seine Fahrzeuge zur Verfügung stellte hat sich nur mühsam von Woche zu Woche gefestigt.

Schließlich haben wir die amerikanischen Autos in Los Angeles und Atlanta für die Luftfracht gesammelt und in 3 Flügen nach Amsterdam gebracht, dort schließlich mit den europäischen Fahrzeugen zusammengebracht und mit einer Boeing 747 Cargo als Charter nach Bahrain geflogen. In Bahrain war uns der Crown Prince Court bei der Importabfertigung unterstützend zur Seite gestanden, so daß die Fahrzeuge noch in der selben Nacht vom Flughafen zur Rennstrecke gebracht werden konnten. Ein paar Tage danach wurden von uns die Fahrzeuge in den Pavillon gebracht und entsprechend arrangiert.

Nach dem Rennen galt es alle Fahrzeuge wieder für die Luftfracht zu palettisieren und mit einem Full-Charter ging es ein paar Tage später nach Frankfurt, wo die Fahrzeuge für die europäischen Destinationen von unseren LKWs wieder übernommen und den Besitzern schnellstens zugestellt wurden. Die amerikanischen Autos gingen nach New York, Atlanta und Los Angeles und wurden mit unserer US-LKW-Flotte ausgeliefert.

Insgesamt hatten wir einen Projektzeitraum von ca. 7 Wochen und sind glücklich, dass alle Fahrzeuge rechtzeitig einen Beitrag zu einem Formel-1 Top-Event beitrugen und alle Autos wieder bei ihren Besitzern zu Hause in der Garage stehen.

Vielleicht sind sie aber auch schon wieder unterwegs zu einer Veranstaltung in Europa oder Nordamerika. Ein Ferrari hat es 4 Wochen später zum Klassensieger beim Concorso D'Eleganza Villa d'Este geschafft und wir waren glücklich diese besonderen Schätze wieder zu sehen. Aber auch Pebble Beach in Kalifornien wird ein Ort des Wiedertreffens so mancher Rarität werden.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle zuerst bei unseren Mitarbeitern, die mit ihrem ganzen Einsatz rund um die Uhr gearbeitet haben. Sowohl in den USA, hier in Deutschland und Europa und dem Team in Bahrain. Alle Transporte und Fahrzeugbewegungen wurden von unseren eigenen Leuten durchgeführt bzw. begleitet und haben somit den höchsten Standard an Aufmerksamkeit und Sicherheit erhalten.

Auch liegt uns ein besonderes Danke für unsere Partner am Herzen, die es erst ermöglicht haben, daß alle Autos durch den Zoll kamen, in die Luft abgehoben und sicher gelandet sind und dieses Projekt zu einem vollen Erfolg geführt haben.

Schließlich hat unser Kunde, Seine Hoheit der Kronprinz von Bahrain, kurz und bündig ein "very great job" attestiert und das ist das Schönste was man von einem Kunden hören kann. Vielen Dank!